| 05.09.2010 - Leser Anne |

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Eine Teegeschichte, geschrieben im Mai 2010 in Nieblum (gem. Ihrem Motto):
MÄNNER SIND WIE TEE – MAN SOLLTE SIE ZIEHEN LASSEN
von Anne Christin Leser
www.leser-verlag.de
Es war das erste Mal nach 30 Jahren, dass Dorchen alleine verreiste, ohne Wilhelm und ohne seine Billigung und Fürsorge. Sie hatte die Woche bei ihrem Sohn genutzt, um von dort aus weiter zu fahren an die Nordsee. Wilhelm würde staunen. Es war keine spontane Entscheidung von ihr, sondern sorgfältig geplant.
Und nun saß sie im Frühstückraum der kleinen Pension in Wyk, Räume in entzückendem friesisch Weiß-Blau. Sie hatte sich zurechtfinden müssen, ohne zu fragen: „Wilhelm, wo ist das heiße Wasser? Wilhelm, gibt es hier nur eingefrorene Brötchen? Wilhelm, ob der Orangensaft wohl ohne Zucker ist?“ Das waren überflüssige Angewohnheiten, stellte sie nun fest. Sie brauchte nur hinzuschauen. nachzuschauen, auszuprobieren. Dann wusste sie, was Wilhelm gesagt hätte. Nun begann Dorchen, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Sie war enttäuscht, dass an den übrigen Tischen nur Ehepaare saßen. Keine Einzelpersonen. Aber sie sah es ein, sie hätte sich nur wieder angehangen. Vor ihr, in Blickrichtung, saß ein älteres Ehepaar. Sie, eine energische Weißhaarige mit strenger Hochschlagfrisur, die das Sagen hatte: „Siegfried, du kleckerst. Siegfried, mein Kaffee ist alle. Siegfried, deine Serviette ist runtergefallen.“ Amüsiert sah sich Dorchen die verschobene Rollen an. Warum nur dieses Ungleichgewicht: stark und schwach? Oder war es die notwendige Ergänzung?
Dorchen grübelte, wie war es bei ihr und Wilhelm? Sie genoss seine Fürsorge und dass er ihr Lästiges abnahmt, aber sie verabscheute die Vereinnahmung, die daraus geworden war.
Sie beobachtete das Ehepaar. Eingefahrene Rituale. Jahrelang eingetretene Pfade. War das schon so gewesen, als die Beiden jung und verliebt gewesen waren? Ob sie das wohl fragen durfte?
Doch Dorchen war zu schüchtern. Wilhelm war es, der das Fragen übernahm, er hätte das gemacht. Sie aber verschloss ihre Neugierde und wandte ihre Aufmerksamkeit den anderen Paaren zu. Sie hätte sich gerne mit dem jungen Paar linker Hand unterhalten, die noch verliebt waren, bei jeder Gelegenheit Nähe suchend die Hand des Anderen berührten. Ach, wie schön! Das hatten Wilhelm und sie auch erlebt! Lange war das her. Eine verblasste Erinnerung.
Am Tisch hinter der jungen Liebe saß ein unauffälliges Paar mittleren Alters, unauffällig auch wegen ihres verbissenen Schweigens. Sie ödeten sich an. Warum waren sie noch zusammen? Rücksicht auf die Familie, die Bekannten, die Nachbarschaft? Oder einfach aus fehlender Alternative?
Dorchen schenkte der grauen Maus, wie sie in Gedanken die Frau nannte, ihr schüchternes Lächeln. Die nickte nur, schaffte es aber nicht, die schmalen Lippen zu einem höflichen Lächeln auseinander zu ziehen. Die Kieferknochen waren zu fest aufeinander gepresst. Aha, eine Kampfhaltung! Deshalb waren die Beiden noch zusammen: Machtkampf, jeder wollte gewinnen, keiner wollte weichen.
„Auch eine Variante, sich das Leben schwer zu machen,“ dachte Dorchen resigniert und stellte erleichtert fest, dass ihr Leben mit Wilhelm nicht schwer war. Nur schrecklich eintönig und festgefahren. Festgetreten in eingefahrenen Spuren, die Jahr für Jahr tiefer wurden.
„Wilhelm, meinst du, ich könnte das restliche Kuchenstück mit auf’s Zimmer nehmen?“ hätte sie gerne gefragt. Was hätte Wilhelm geantwortet? „Das ist bezahlt, nimm es mit.“
Dennoch packte sie das Stückchen in ihre Serviette ein und klemmte es verschämt in ihre Hand, die die schützend wölbte, damit niemand sah, was sie aus dem Frückstücksraum entfernte.
Ihren ersten Ausflug wollte Dorchen nach Nieblum machen. Ihr Fehler, sie steckte die Karte nicht ein. Reine Gewohnheit, denn normalerweise hätte die Wilhelm eingesteckt. Nur nach Gefühl zu gehen, ohne Wilhelm nach dem Weg zu fragen, erwies sich als problematisch. Dort, wo sie vom Strand aus einbog, erfuhr sie wohl von einem älteren Herrn, einer Art Wilhelm-Ersatz: „ Fußweg nach Nieblum gleich links hinter dem Wäldchen.“
Aber er stellte sich nicht als der Weg heraus, den Dorchen in Erinnerung hatte. Junge Fichten, knospende Birken, Weißdorn- und Kartoffelrosenhecken säumten den Weg. Der teilte sich hinter dem Flughafen.
„Wilhelm, rechts oder links?“, hätte sie gerne gefragt.
Doch nun waren es zwei Reiterinnen, die ihr antworteten: links der Wanderweg, der etwas weiter war, rechts der zur Landstraße hoch, der etwas kürzer sein sollte. Dorchen, die Unsportliche, die bereits müde war, wählte rechts. Doch endlos schien die Straße und weit und breit kein Haus.
„Wilhelm, wie weit ist es noch bis Nieblum?“ fragte sie den wolkenlosen Himmel. Erst schmerzte der rechte Arm. Sie wechselte ihre Handtasche nach links. Dann zwickte es in den Oberschenkeln, zog es in den Unterschenkeln, dann schmerzten die Kniegelenke. Dorchen seufzte, wahrscheinlich hatte Wilhelm Recht, sie bewegte sich zu wenig. Träge hatte er sie einmal genannt.
Nach langen Minuten sah sie in der Ferne die Konturen der Nieblumer Kirche. Endlich! Das erste Café, das sie nun erreichte, hatte geschlossen. Das am Ententeich, der elegant „An der Meere“ hieß, hatte offen. Und Dorchen ließ sich erschöpft in einen Strandkorb fallen. Ihre Lebensgeister wurden erweckt durch eine Waffel mit Pflaumenmus und einen chinesischen Keenun-Tee, den Dorchen für ihren empfindlichen Magen aussuchte, weil er mit wenig Gerbsäure angekündigt wurde. Sie freute sich über ihre Wahl, getroffen so ganz ohne Wilhelm. Plötzlich machte ihr Eigenständigkeit Spaß und nicht mehr Angst.
Dorchen blätterte in der Teekarte weiter und fand dort den Spruch:
MÄNNER SIND WIE TEE. MAN SOLL SIE ZIEHENLASSEN.
Und nun wusste Dorchen blitzartig, warum Uranus ihre Seele auf die Reise geschickt hatte und verstand die Konjunktion vom rebellischen Erneuerer Uranus auf ihrem Fische-Mondgefühl bis Ende April. Jetzt oder nie war der Zeitpunkt für einen Neuanfang! Ziehen lassen, einfach ziehen lassen!
Und sie sinnierte weiter, dass Tee verschieden lange ziehen sollte. Je kürzer, um so anregender wirkt die Verbindung von Teekraut und Wasser. Je länger die Verbindung dauert, um so beruhigender wird die Wirkung. Und jäh dachte sie: „Vielleicht sollte man ihn nur kurz ziehen lassen, nie so lange, dass er zu Gewohnheit und Abhängigkeit führt. Vielleicht sollte man sogar die Sorte öfters wechseln?“
Ihr gefielen die Wortspiele. Und auf einmal war das, was ihr Sohn ihr mit auf den Weg gegeben hatte, sie solle sich endlich mal aus der Bevormundung von Wilhelm lösen, eine dringende Mahnung, die sie annehmen konnte. Auf einmal! Unter Einfluss von Uranus ...
Als sie zahlte und sich den Rückweg am Stand entlang erklären ließ, spürte sie seit langer Zeit wieder eine beschwingte Neugierde auf das Leben. Wie wäre es, wenn sie sich aus der Lethargie der Ankoppelung an Wilhelm lösen würde? Wie wäre das? Und wie wäre es, wenn sie mal die Sorte wechseln würde? Wir wäre es, wenn sie später vielleicht, reifer und gefestigter geworden, auch noch mal zur bewährten Teesorte, nämlich zu Wilhelm, zurückkehren würde? Jedoch nur, wenn sie ihn dann nicht mehr fragen und auch keine Antworten mehr erwartete würde. Von niemandem. Sie wusste es plötzlich: die Antworten lagen alle in ihr selbst.
Doch sie wusste auch, dass sie dafür Zeit brauchte! Und die Zuversicht, dass sie es schaffen könnte, sich selbst zu finden und mutig zu sein, ein neues Leben zu beginnen. Ihr eigenes, so kostbares Leben neu einzurichten, ohne Wilhelm, vielleicht ja nur vorübergehend ohne Wilhelm. Sie spürte, wie wichtig es war, auszusteigen aus der schleichend abtötenden Gewohnheit und nun etwas zu machen aus der Lebenszeit, die ihr noch blieb – nach 30 Jahren Anpassung an Wilhelm.
Wie hatte die Astrologin gesagt? „Uranus bringt Neues, Unvorhergesehenes – wenn man sich von ihm mitnehmen lassen kann. Dann erweitert er den Horizont – eine Chance, die zu Freiheit, Unabhängigkeit und Selbständigkeit führt.“
Dorchen hatte ihre Chance begriffen! Und sie fand, die passte in die heutige Zeit der Umbrüche. Sie hatte gerade noch bis Ende dieses wechselhaften Monats April ihre wahrscheinlich letzte Chance erhalten. Ihr Blick streifte den noch immer wolkenlosen Himmel. „Danke“, sagte sie zum Kosmos. Und ging zufrieden den langen Weg – auch der erschien ihr als Symbol – zurück zur Pension, um endlich Wilhelm anzurufen, nun sicher, dass ihre Entscheidung richtig war. Und da das Leben immer zwei Seiten beinhaltet, ging sie erleichtert davon aus, dass es auch eine Chance für ihn werden würde, den ausschließlichen Kaffeetrinker. Seine Abhängigkeit hatte er bereits erkannt und schon einige lahmen Versuche gestartet, sich und sein lamentierendes Herz davon zu befreien. Dorchen wusste nun, dass alles seinen Zeitpunkt der Entscheidung hat, je größer die Notwendigkeit wurde. Vielleicht würde Wilhelm ja auch noch Teetrinker werden.
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| 07.01.2010 - Mathias Kaminski |
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Hallo!
Wir freuen uns immer wieder aufs neue, wenn wir euern tollen Tee zugeschickt bekommen. Mit jeder Sendung kommt ein Stück von Föhr zu uns nach Bad Vilbel! Verspricht ja auch euer Slogan!
Immer wieder ein Genuss euer Tee! Ihr gehört fest zur Föhrer Kultur!
Bis bald bei unserem nächsten Aufenthalt auf dem traumhaften Föhr!
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| 03.08.2009 - Tom |

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Hallo,
schöne übersichtliche Seite.
Der Tee schmeckt übrigens großartig.
Tom
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| 12.01.2009 - Knust |

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Hallo, Ihr Beiden Lieben. herzliche Gruesse aus Denia
Barbara & Michael
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| 01.12.2008 - S. Mergenthaler |

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Moin Moin,
ich denke immer wieder gerne an die schöne Insel Föhr zurück. Wenn ich mir euren Tee bestelle und ihn dann trinke weckt das zusätzliche Erinnerungen.
Danke das es euch und eure tollen Tees gibt.
Liebe Grüße aus dem Süden Deutschlands, aus Breisach.
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